Innovationsstandort
Jüchen-Süd

Keine Kommune war in den vergangenen Jahren so stark vom Tagebau Garzweiler betroffen wie Jüchen mit seinen knapp 24.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Mit dem Ende des Tagebaus und der Rekultivierung großer Flächen entstehen neue Möglichkeiten für landschaftliche und städtebauliche Entwicklungen. Zugleich wächst die Bevölkerung in Jüchen und der gesamten Region.

Das Quartier für bis zu 3.000 Menschen soll als „Stadt-Teil der Zukunft“ schrittweise in den 2030er und 2040er Jahren umgesetzt werden. Geplant sind unter anderem attraktiver und bezahlbarer Wohnraum, kurze Wege mit Bahnhofsnähe, großzügige Grünflächen, Klimaneutralität, nachhaltige Energiekonzepte und ressourcenschonendes Bauen. Den städtebaulich-freiraumplanerischen Rahmenplan stellten der Zweckverband LANDFOLGE Garzweiler und die Stadt Jüchen 2025 vor.

Strukturwandel als Chance für die Region

Projekt: städtebaulicher Planungswettbewerb für Jüchen-Süd. Illustration: Octagon Architekturkollektiv mit studio.erde.

Auf Grundlage erster Vorstudien startete das Vorhaben Ende 2022. Jüchen-Süd vollzieht den „Sprung“ der Stadt über die Autobahn 46 auf größtenteils rekultivierte Tagebauflächen.

Die Planungen zeigen, welche Entwicklungsmöglichkeiten der Braunkohleausstieg eröffnet. Durch die Rekultivierung entsteht neuer Raum für blau-grüne Infrastruktur, landwirtschaftliche, gewerbliche, landschaftliche und städtebauliche Nutzungen. Auf Basis des Wettbewerbsentwurfs von 2023 erarbeiteten die Büros Octagon und Studio Erde den Rahmenplan.

Information und Beteiligung der Öffentlichkeit

Visualisierung: Jüchen-Süd soll ein Ort mit bezahlbarem Wohnraum und großzügigen Grünflächen werden. Illustration: Octagon Architekturkollektiv mit studio.erde.

Die Bevölkerung war frühzeitig einbezogen. Den Auftakt bildete ein Symposium mit Fachleuten und Interessierten aus Stadt und Region. Im Frühjahr 2023 folgte eine Beteiligung der Bürgerschaft.

An einer Online-Befragung nahmen mehr als 500 Menschen teil. Die Ergebnisse gaben dem Zweckverband, der Stadt Jüchen und den Planungsbüros wichtige Hinweise zu den Erwartungen an den neuen Stadtteil.

Hier finden sich alle Ergebnisse der Online-Umfrage zu Jüchen-Süd.

Ziele

Modell: Jüchen-Süd als Stadtteil der Zukunft. Illustration: Octagon Architekturkollektiv mit studio.erde.

  • Wohnraum schaffen: Jüchen-Süd schafft Wohnraum für bis zu 3.000 Menschen.
  • Gemischte Nutzung: Geplant ist ein gemischt genutztes Viertel mit dem Schwerpunkt Wohnen
  • Neuer Landschaftsraum: Die rund 20 Hektar große Entwicklungsfläche wird in einen 56 Hektar umfassenden Landschaftsraum eingebettet.
  • Klimaneutralität und Lebensqualität: Vorgesehen ist ein Stadtviertel der kurzen Wege. Mobilitätswende, nachhaltige Energieversorgung, ressourcenschonendes Bauen, Grünflächen, Vielfalt und soziale Einrichtungen prägen das Konzept.

Rahmenplan Jüchen-Süd

Luftbild: Blick von Jüchen über Jüchen-Süd bis zum Tagebau Garzweiler. Foto: Foto: Ruth Klapproth.

Eckpunkte

Der Rahmenplan umfasst einen rund 56 Hektar großen Planungsraum südlich der A46. Vorgesehen sind:

  • ein Stadtteil für bis zu 3.000 Menschen,
  • mehr als 1.200 Wohneinheiten in unterschiedlichen Wohnformen,
  • rund 25 Prozent Gewerbe- und Dienstleistungsflächen,
  • soziale Infrastruktur und großzügige Grünflächen,
  • vier Quartiere, verbunden durch einen „Innovationsboulevard“ mit Quartiersgaragen und Shuttlebus-System,
  • ein klimaneutrales Energiekonzept mit regenerativer Energieerzeugung und -speicherung sowie einem ausgeprägten Kreislaufgedanken.

Der erste Bauabschnitt ist als IGA-Quartier und Hauptstandort der Internationalen Gartenausstellung 2037 vorgesehen. Dort könnten rund 330 Wohneinheiten entstehen.

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